Archiv
Die jetzigen 9.-Klässler konnten als 8-Klässler im Rahmen der Berufswegeplanung 2008 mit Auszubildenden der TRW ein gemeinsames Projekt durchführen. Es wurde eine alte Obstpresse restauriert und eine Obstmühle neu gebaut. Dieses Projekt wurde im Gschwender Bilderhaus präsentiert, Laudatoren waren Erich Rathgeb von der zf in Schwäbisch Gmünd, Fritz Hofstätter vom hiesigen Schulamt und der Personalchef der TRW, Helmut Köditz.
Crazy Prescher
Die Lernkooperation der Heinrich-Prescher-Schule in Gschwend und der Firma TRW in Alfdorf ging 2009 in das zweite Jahr. Wieder haben die Achtklässler und die Ausbildungsabteilung zusammen ein Projekt durchgeführt und im Gschwender Bilderhaus einer größeren Öffentlichkeit präsentiert.
Die jetzige achte Klasse, die auf dem Inventar von letztem Jahr aufbauend, eine Schülerfirma, den „Saftladen“, gründete und 700 Liter Apfelsaft (Preschers Fresher) in Kooperation mit der Mosterei Seiz in Waldstetten produzierte, wollte mit einer Marketing-Idee den Saftverkauf ankurbeln. So stellte man bei TRW eine automatisierte „Einschenk-Spaß-Maschine“, die „Crazy Prescher“ her. An einer großen Stellwand muss man an dieser nach Tellscher Art mit Pfeil und Bogen einen Apfel treffen, der wiederum viele Mechanismen an der Maschine auslöst, damit im letzten Akt ein Förderband (mit Sicherheitsgurten hergestellt) in Gang gesetzt wird, das eine Karaffe zum Glas befördert und dieses daselbst befüllt. Zwischendurch werden Werbebanner, aus Airbagstoff hergestellt, automatisch ausgerollt oder die Tellsche Ouvertüre wird durch einen Gurtaufroller gestartet. So wurden TRW-Produkte zwar zweckentfremdet, jedoch auf sehr kreative Art und Weise.
Nachdem Rektor Fritz Wetzel am Präsentationsabend die anwesenden Gäste begrüßt hat, bedankte sich Projektleiter Sigmar Zidorn bei den verantwortlichen TRW-Mitarbeitern, allen voran bei Ausbildungsmeister Thiele, der das Projekt fachmännisch betreute und um praktikable Lösungsvorschläge nie verlegen war. Rabea Zoller, die Leiterin der Ausbildungsabteilung, sieht die Kooperation als Gewinn sowohl für die Schule als auch für TRW und freut sich auf das nächste gemeinsame Projekt. Danach wurde die Spaßmaschine von den Achtklässlern selbst präsentiert. Man bekam einen kurzen Überblick zur Vorgeschichte des Projekts, eine Inhaltsangabe und Leseprobe zu Wilhelm Tell und eine Erläuterung der Spaßmaschinentechnik. Diese funktionierte bei der Präsentation ohne Fehl, jedoch traf der Schütze zu Beginn den Apfel nicht, denn
„Das Schwarze treffen in der Scheibe, das Kann auch ein andrer, der ist mir der Meister, der seiner Kunst gewiss ist überall, dem's Herz nicht in die Hand tritt noch ins Auge.“ (Gessler in Wilhelm Tell)
Bei einer Präsentation vor vielen erwachsenen Zuhörern kann einem Achtklässler das Herz schon mal in die Hand treten, um mit Schillers Worten zu entschuldigen. Man hofft nun auch in Zeiten der Wirtschaftskrise auf eine apfelsaftkonsumfreudige Zuhörerschaft, sonst müsse man „halt auch an der Schule Kurzarbeit anmelden“, so ein grinsender Schüler, dem das Projekt sichtlich Spaß bereitet hat.